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Deutsches Verfassungsrecht in Europa Gliederung

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Deutsches Verfassungsrecht in Europa Gliederung
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  Prof. Dr. Dieter Dörr Universität Mainz http://www.jura.uni-mainz.de/doerr Januar 2014 Schule des Deutschen Rechts Universität Krakau Deutsches Verfassungsrecht in Europa Gliederung A.   Deutsches Verfassungsrecht in Europa .............................................................. 4   B.   Deutsches Verfassungsrecht ............................................................................... 4   I.   Wesen und Geltungsgrund des deutschen Verfassungsrechts ....................... 4   II.   Historische Entwicklung ................................................................................... 6   1.   Verfassungsentwicklung vor 1949 ................................................................ 6   2.   Entstehung des Grundgesetzes ................................................................... 7   III.   Normenhierarchie ....................................................................................... 10   IV.   Auslegung des Grundgesetzes .................................................................. 10   1.   Wortlautauslegung ..................................................................................... 11   2.   Systematische Auslegung .......................................................................... 11   3.   Entstehungsgeschichte .............................................................................. 11   4.   Teleologische Auslegung ........................................................................... 11   5.   Europarechtskonforme Auslegung ............................................................. 11   6.   Völkerrechtsfreundliche Auslegung ............................................................ 12   V.   Struktur des Grundgesetzes .......................................................................... 12   VI.   Grundrechte (Überblick) ............................................................................. 12   VII.   Die Grundprinzipien des Staatsorganisationsrechts ................................... 14   1.   Ewigkeitsklausel ......................................................................................... 14   2.   Demokratieprinzip ...................................................................................... 14   3.   Rechtsstaatsprinzip .................................................................................... 16    Prof. Dr. Dieter Dörr - 2 - Deutsches Verfassungsrecht in Europa http://www.jura.uni-mainz.de/doerr/ Gliederung   2 4.   Bundesstaatsprinzip ................................................................................... 20   5.   Sozialstaatsprinzip ..................................................................................... 22   6.   Republikprinzip ........................................................................................... 23   7.   Weitere Staatsziele .................................................................................... 23   VIII.   Staatsorganisation und Staatsorgane ........................................................ 24   1.   Legislative .................................................................................................. 24   a)   Deutscher Bundestag ........................................................................... 24   (1)   Rechtsstellung der Bundestagsabgeordneten ................................... 25   (2)   Wahl der Abgeordneten ..................................................................... 25   (3)   Arbeit im Bundestag .......................................................................... 26   (4)   Funktionen des Bundestages ............................................................ 26   b)   Bundesrat.............................................................................................. 27   c)   Gesetzgebungsverfahren ...................................................................... 28   2.   Exekutive .................................................................................................... 28   a)   Bundesregierung ................................................................................... 29   b)   Verwaltung ............................................................................................ 29   c)   Bundespräsident ................................................................................... 30   3.   Judikative ................................................................................................... 32   a)   Gerichtssystem ..................................................................................... 32   b)   Bundesverfassungsgericht .................................................................... 32   C.   Europarecht ....................................................................................................... 34   I.   Abgrenzung der einzelnen Rechtsmaterien im Europarecht .......................... 34   1.   Abgrenzung des EU-Rechts vom Europarat............................................... 34   2.   Die Europäische Union ............................................................................... 35   II.   Rechtsquellen des Unionsrechts.................................................................... 36   III.   Unmittelbare Geltung des Unionsrechts ..................................................... 36   IV.   Grundrechtsschutz in der Union ................................................................. 37    Prof. Dr. Dieter Dörr - 3 - Deutsches Verfassungsrecht in Europa http://www.jura.uni-mainz.de/doerr/ Gliederung   3 1.   Historische Entwicklung ............................................................................. 37   2.   Vorrang des Unionsrechts und Grundrechtsschutz .................................... 37   3.   Kompetenz des EuGH ................................................................................ 40   4.   Bindung der Union an die EMRK und an die Rechtsprechung des EGMR 40   V.   Europäische Grundrechtecharta .................................................................... 41   D.   Verhältnis Europarecht und deutsches Verfassungsrecht ................................. 42   I.   Integration der Bundesrepublik in die Europäische Union ............................. 42   II.   Vorrang des Europarechts ............................................................................. 43   1.   Sichtweise des EuGH ................................................................................. 43   2.   Sichtweise des BVerfG ............................................................................... 44   III.   Europarecht und die Grundrechte des Grundgesetzes .............................. 44   1.   Allgemeines ................................................................................................ 44   2.   Leitentscheidungen des BVerfG ................................................................. 45   IV.   Die Grenzen der Übertragung von Hoheitsrechten und die Kompetenzüberschreitung der Union .................................................................... 49   1.   Lissabon-Urteil BVerfG vom 30.6.2009 ...................................................... 49   2.   Honeywell-Entscheidung des BVerfG vom 6.7.2010 .................................. 52    Prof. Dr. Dieter Dörr - 4 - Deutsches Verfassungsrecht in Europa http://www.jura.uni-mainz.de/doerr Skript    A. Deutsches Verfassungsrecht in Europa Das deutsche Verfassungsrecht in Europa ist eine Rechtsmaterie, die verschiedene Bereiche des Rechts berührt. Es ist von seinem Wesen und seinem Geltungsgrund her deutsches Staatsrecht. Normativ geregelt ist es im Grundgesetz und in den Ver-fassungen der Bundesländer. Inhaltlich erstreckt es sich über das deutsche Verfas-sungsrecht hinaus auf dessen Verhältnis zum Recht der Europäischen Union. Dabei treffen zwei Rechtskreise  – derjenige der Europäischen Union und derjenige des deutschen Verfassungsrechts – aufeinander. Die Normen aus dem deutschen Ver-fassungsrecht werden dabei nach den Regeln über die Interpretation nationalen Ver-fassungsrechts ausgelegt. Allerdings kann die Auslegung nicht an den Gesetzmäßigkeiten und insbesondere den Besonderheiten des Europarechts vorbeigehen. Es war der Wille des nationalen Verfassungsgesetzgebers, sich in seinem Verhältnis zu Europa und der Welt im Ein-klang und entsprechend den Gesetzmäßigkeiten des internationalen Rechts zu ver-halten. Dies macht schon die Präambel des Grundgesetzes (GG) deutlich, die davon spricht, dass das Deutsche Volk, das sich dieses Grundgesetz gegeben hat, dabei von dem Willen beseelt war, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen . Die damit zum Programm erhobene Offenheit des Grundgesetzes für die europäische Integration , die als   Grundsatz der Euro-parechtsfreundlichkeit bezeichnet wird, macht deutlich, dass die Regeln des deut-schen Staatsrechts im Einklang mit dem Recht der Europäischen Union interpretiert werden müssen. Ihre Auslegung verlangt deshalb ein vertieftes Verständnis für das Europarecht. Aus diesem Grund verfügt die Vorlesung über zwei Ebenen – das deut-sche Verfassungsrecht mit dem Schwerpunkt Staatsorganisationsrecht auf der ers-ten Ebene und dessen Einordnung in den Kontext der Europäischen Union auf der zweiten Ebene. B. Deutsches Verfassungsrecht I. Wesen und Geltungsgrund des deutschen Verfassungsrechts Das Staatsrecht ist nationales Recht. Innerstaatlich betrachtet ist Geltungsgrund des deutschen Staatsrechts der Wille des Volkes als dem Souverän, der das Grundge-setz und die Verfassungen der Länder kraft seiner verfassunggebenden Gewalt  Prof. Dr. Dieter Dörr - 5 - Deutsches Verfassungsrecht in Europa http://www.jura.uni-mainz.de/doerr Skript   5 geschaffen hat. Das Grundgesetz gibt in seiner Präambel einen eindeutigen Hinweis auf diesen Entstehungstatbestand. Dort heißt es: hat sich das deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben . Damit entspricht die Entstehung des Grundgesetzes in der Theorie den Regeln über die richtige oder gerechte Schaffung eine Verfassung. Die Verfassung kann anders als etwa das Gesetz nicht von einem Gesetzgeber erlassen werden. Dies folgt dar-aus, dass der Gesetzgeber immer erst das Produkt einer Verfassung ist. Der Ge-setzgeber wird als Teil der verfassten Staatsgewalt auch pouvoir constitué genannt. Der Verfassungsgeber  , der pouvoir constituant,  wird dagegen positivrechtlich nicht bestimmt. Häufig sind Verfassungen das Ergebnis revolutionärer Prozesse, die gerade außerhalb der bestehenden, durch die Revolution abgeschafften Verfas-sungsordnung ablaufen. Deshalb kann die Verfassung auch ihre Entstehung nicht verbindlich regeln. Regeln über den Verfassungsgeber kennt aber die allgemeine Staatslehre, die bei der Beschreibung des idealen Staates auch dessen Entstehungstatbestände bewer-tet. Dabei hat sich seit dem 19. Jahrhundert mehr und mehr die Auffassung durchge-setzt, dass legitimer Verfassungsgeber nur das Volk  sein kann. Deshalb sollte die Entstehung jeder Verfassung auf den Willen des davon betroffenen Volkes zurückge-führt werden können. Der Oktroi einer Verfassung durch einen Monarchen oder ei-nen Diktator wird als nicht legitim angesehen. Daraus folgt aber nicht notwendig, dass diese Verfassung nicht gilt. Die Regeln der Allgemeinen Staatslehre wirken sich im positivrechtlichen Sinne nicht auf die Gültigkeit einer konkreten Verfassung aus. Eine solche Verfassung ist im System des geschriebenen Rechts gültig. Sie ist zwar gemessen an den Normen des überpositiven Rechts illegitim, sie ist aber nicht ille-gal. Nur wenn man den Sätzen des Naturrechts auch eine normative Kraft beimisst, ist eine solche Verfassung ungültig. Sie ist, wenn man dem folgt, nur der Form nicht aber ihrem Inhalt nach Recht. Es gilt dann der Satz vom normativen Unrecht. In Deutschland ist wegen der Erfahrungen mit dem Unrechtsregime des Dritten Reiches die Idee der naturrechtlichen Bindung des positiven Rechts seit dem Ende des Zwei-ten Weltkriegs sehr stark vertreten. Sie kann sich auch auf das Grundgesetz selbst stützen, das an mehreren Stellen auf das Naturrecht  verweist. So spricht die Prä-
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