Crosswords

24 pages
86 views

HSR_Suppl-29_Thaller_Ungefähre Exaktheit.pdf

Please download to get full document.

View again

of 24
All materials on our website are shared by users. If you have any questions about copyright issues, please report us to resolve them. We are always happy to assist you.
Share
Description
The successful application of non-trivial quantitative methods to historical sources requires the development of fuzzy methods.
Transcript
  Historical Social Research Historische Sozialforschung  Manfred Thaller: Ungefähre Exaktheit. Theoretische Grundlagen und praktische Möglichkeiten einer Formulierung historischer Quellen als Produkte ,unscharfer’ Systeme [1984] doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.138-159 Cite as: Manfred Thaller. 2017. Ungefähre Exaktheit. Theoretische Grundlagen und praktische Möglichkeiten einer Formulierung historischer Quellen als Produkte ,unscharfer’ Systeme [1984]. Historical Social Research  Supplement 29: 138-159. doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.138-159. For further information on our journal, including tables of contents, article abstracts, and our extensive online archive, please visit http://www.gesis.org/en/hsr. Published in: Historical Social Research Supplement   29 (2017)    Historical Social Research Historische Sozialforschung  Other articles published in this Supplement: Manfred Thaller Between the Chairs. An Interdisciplinary Career . doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.7-109  Manfred Thaller Automation on Parnassus. CLIO – A Databank Oriented System for Historians [1980] . doi:   10.12759/hsr.suppl.29.2017.113-137  Manfred Thaller Ungefähre Exaktheit. Theoretische Grundlagen und praktische Möglichkeiten einer Formulierung historischer Quellen als Produkte ,unscharfer’ Systeme [1984] . doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.138-159  Manfred Thaller  Vorüberlegungen für einen internationalen Workshop über die Schaffung, Verbindung und Nutzung großer interdisziplinärer Quellenbanken in den historischen Wissenschaften [1986].  doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.160-177 Manfred Thaller Entzauberungen: Die Entwicklung einer fachspezifischen historischen Datenverarbeitung in der Bundesrepublik [1990] . doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.178-192  Manfred Thaller The Need for a Theory of Historical Computing [1991] . doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.193-202  Manfred Thaller The Need for Standards: Data Modelling and Exchange [1991].  doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.203-220 Manfred Thaller  Von der Mißverständlichkeit des Selbstverständlichen. Beobachtungen zur Diskussion über die Nützlichkeit formaler  Verfahren in der Geschichtswissenschaft [1992].  doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.221-242 Manfred Thaller The Archive on Top of your Desk. An Introduction to Self-Documenting Image Files [1993].  doi:   10.12759/hsr.suppl.29.2017.243-259  Manfred Thaller Historical Information Science: Is there such a Thing? New Comments on an old Idea [1993] . doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.260-286  Manfred Thaller Source Oriented Data Processing and Quantification: Distrustful Brothers [1995]  doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.287-306 Manfred Thaller From the Digitized to the Digital Library [2001] . doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.307-319  Manfred Thaller Reproduktion, Erschließung, Edition, Interpretation: Ihre Beziehungen in einer digitalen Welt [2005].  doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.320-343  Manfred Thaller The Cologne Information Model: Representing Information Persistently [2009].  doi: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.344-356   For further information on our journal, including tables of contents, article abstracts, and our extensive online archive, please visit http://www.gesis.org/en/hsr.   Historical Social Research Historische Sozialforschung   Historical Social Research Supplement 29 (2017), 138-159 │ ©  GESIS DOI: 10.12759/hsr.suppl.29.2017.138-159 Ungefähre Exaktheit. Theoretische Grundlagen und praktische Möglichkeiten einer Formulierung historischer Quellen als Produkte ,unscharfer’ Systeme [1984] Manfred Thaller    ∗   Abstract: »Approximate Precision. Theoretic Foundations and Practical Possibili-ties for the Definition of Historical Sources as Products of 'Fuzzy' Systems«  . The distrust many historians show when confronted with the results of quantitative studies is partially related to the experience, that many decisions which go into the preparation of historical sources for quantitative analysis are much more def-inite and final than the many uncertainties surrounding the meaning of termi-nology and statements in such sources actually justify. This is correct, but it is di-rected at the current stage of statistical studies, not at the nature of quantitative or formal reasoning as such. Fuzzy logic and fuzzy systems provide approaches, which could be harnessed to adapt statistical reasoning to the inherent uncer-tainties of historical data. The paper outlines the way in which this could be im-plemented with the help of examples drawn from the applications of statistics to social history. Keywords:  Fuzzy logic, epistemology, quantification. 1. Die folgenden Überlegungen entstanden im Zusammenhang mit der Entwicklung eines fachspezifischen, quellenorientierten Datenbanksystems für die historischen Wissenschaften, die seit 1978 am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen  betrieben wird. Dieses System (CLIO) wurde einerseits als Implementation eines formalen Modells der Entstehung und der Erschließbarkeit des Informationsgehal-tes historischer Quellen erarbeitet, andererseits aber von Anfang an nicht   als Mittel theoretischer Experimente verstanden, sondern als Werkzeug für die tagtägliche Arbeit der Historiker am Institut konzipiert. Typische Leistungen der entwickelten Programme sind die bessere Zugänglich-machung der in historischem Quellenmaterial enthaltenen Information, die Erstel-lung von Registern und Katalogen, die Vorbereitung statistischer Analysen, die ∗   Reprint of: Manfred Thaller. 1984. Ungefähre Exaktheit. Theoretische Grundlagen und prakti-sche Möglichkeiten einer Formulierung historischer Quellen als Produkte ‘unscharfer’ Systeme. In Neue Ansätze in der Geschichtswissenschaft. Eine philosophisch-historische Tagung  , eds. Herta Nagl-Docekal und Franz M. Wimmer, 77-100. Wien (= Conceptus Studien 1).  HSR Suppl. 29 (2017) │  139 Identifikation von in einer Quelle erwähnten Personen in einer anderen, der Aufbau von Metaquellen aus isolierten Quellenbeständen, Ansätze zur maschinengestützten Inhaltsanalyse und anderes mehr. 1 Wir gehen also von einem Werkzeug aus. Sind Werkzeuge methodisch relevant? Gleicht der Versuch, über die methodischen Konsequenzen der Verwendung der Datenverarbeitung in der historischen Forschung zu sprechen, nicht vielmehr einem Rückfall in die methodische Unschuld vieler Vertreter der historischen Wissen-schaften vor den Entwicklungen der 60er Jahre, als, wenn überhaupt von Methode die Rede war, in den meisten Fällen bloße Arbeitstechniken gemeint waren? Auf den ersten Anschein trifft dies sicherlich zu. Ja, die beiden folgenden Thesen, mit denen versucht wird, die methodische Relevanz des derzeitigen Standes des Einsat-zes der Datentechnik in den historischen Wissenschaften zusammenzufassen, sollen nahelegen, daß man den eben erhobenen Vorwurf sogar noch weiter ausbauen könnte. These 1.1 : Die Verwendung statistischer und datentechnischer Verfahren (im folgenden: „formale Verfahren“) im Bereich der Geschichtswissenschaft war bisher weitgehend durch die instrumentelle Übernahme von Techniken gekennzeichnet, die im Bereich einer Sozialwissenschaft einerseits und einer Linguistik andererseits entstanden sind, die sich ihrem Selbstverständnis nach so gut wie ausschließlich mit Gegenwartsphänomenen beschäftigt haben. These 1.2 : Formale Verfahren haben daher bisher überwiegend instrumentel1e Bedeutung. Die Forderung nach ihrer Verwendung kann  zwar eine Folge einer wissenschaftstheoretischen Grundhaltung sein – nämlich der Forderung nach der Aufstellung falsifizierbarer Hypothesen – und war als solche auch Gegenstand engagierter methodischer Debatten; die Verwendung an sich hat aber keineswegs notwendigerweise theoretische und/oder methodische Implikationen. Ich möchte hier betonen, daß es mir prinzipiell sinnvoll erscheint, den Schwer- punkt nicht so sehr auf „die Quantifizierung“ zu legen (worunter man im eingebür-gerten Verständnis der wissenschaftlichen Diskussion die Anwendung statistischer Verfahren auf historische Sachverhalte versteht 2 ), sondern von vorneherein festzu-   1 Kurze Übersichten (in vielen Details überholt) in: Manfred Thaller: Automation on Parnas-sus. CLIO – A Databank Oriented System for Historians, Historical Social Research 5 (1980), 40-65, doi: 10.12759/hsr.5.1980.3.40-65; abgedruckt in diesem HSR Supplement 29, S. 113-137; ders.: Praktische Probleme bei der Untersuchung von Gemeinschaften 'langer Dauer', in: Gerhard A. Ritter und Rudolf Vierhaus (Eds.): Aspekte der historischen Forschung in Frankreich und Deutschland  , Göttingen 1981 (=Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 69), 172-89. Die fertiggestellten Teile der umfangreichen Systemdo-kumentation sind auf Anforderung erhältlich. 2 Unter klassischer   oder eingeführter   Quantifizierung verstehen wir im folgenden den State of the Art, wie er beschrieben wird in: William 0. Aydelotte et al. (Eds.): The Dimensions of Quantitative Research in History,  London 1972; Konrad Jarausch (Ed.): Quantifizierung in der Geschichtswissenschaft. Probleme und Möglichkeiten , Düsseldorf 1976; Val R. Lorwin und Jacob M. Price (Eds.): The Dimensions of the Past, New Haven and London, 1972; sowie in den seit 1977 von der Gruppe Quantum in der Bundesrepublik edierten Sammelbänden mit dem Reihentitel „Historisch-Sozialwissenschaftliche Forschungen".  Zum neuerdings in entscheidenden Punkten nüchterneren Tenor der Selbstbeurteilung s. Theodore K. Rabb, The Development of Quantification in Historical Research ,  in: Journal of Interdisciplinary Histo-    HSR Suppl. 29 (2017) │  140 halten, daß alles im folgenden Gesagte für jedes Verfahren gilt, das Schlüsse auf Grund eines Kalküls erlaubt, dessen logischer Ablauf und dessen Anforderungen an zu verarbeitende einzelne Informationen so weit präzisiert werden können, daß das Verfahren als Programm eines Elektronenrechners implementiert werden kann. Wie schon angedeutet, sind darunter insbesondere auch die Verfahren zur formalen Behandlung des Phänomens „Sprache“ zu verstehen, wie sie in den letzten Jahren in verschiedenen Zweigen der Literatur- und Sprachwissenschaften erarbeitet wur-den. 3  Wenn ich im folgenden nur auf „die Quantifizierung“ im eben erwähnten Sinne zu sprechen komme, so liegt der Grund nicht allein darin, daß diese Bezeich-nung im Programm dieser Arbeitstagung vorkam: leider wurden für ganz ähnliche Sachverhalte in den empirischen Sozial- und den formal arbeitenden Literatur- und Sprachwissenschaften stark divergierende Terminologien entwickelt. Ein Versuch, Ansätze beider Richtungen zusammenschauend zu betrachten – wie man es im Zusammenhang historischer computergeschützter Forschung eigentlich tun sollte –, setzt daher zunächst die Definition einer übergreifenden Sprachregelung voraus und überschreitet damit das in einem Referat Mögliche eindeutig. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkung bedarf die vorangestellte These 1.2 der Erläuterung. Stellt sie die Absage an die ja gerade auch von meinem Vor-redner, Prof. Botz, nachdrücklich beanspruchte methodische Relevanz „der Quanti-fizierung“ dar? Bevor wir diese Frage beantworten, müssen wir festhalten, daß wir (uns wahr-scheinlich darin von fast allen anderen Referaten dieser Tagung unterscheidend) von einem sehr puristischen, eingeschränkten Methodenbegriff ausgehen: unter  bewußter Vernachlässigung des Problems der Zulässigkeit von Fragestellungen innerhalb historischer Forschung wird eine Vorgehensweise dann und nur dann als methodisch besser als eine andere verstanden, wenn sie einerseits die Menge in eine Aussage reduzierbarer Information vergrößert oder andererseits die intersubjektive  Nachprüfbarkeit einer Aussage verbessert. Durch diese Beschränkung, deren Bedeutung im weiteren noch klar werden wird, wird für uns natürlich eine Reihe von Gründen, die für die methodische Rele-vanz der Entscheidung, quantifizierend zu arbeiten, sprechen, von vornherein irre-levant: zweifellos gibt es sehr viele Fragestellungen, die ganz sicher nur statistisch  bearbeitbar sind. Die eminent wichtige Entscheidung, sich von der Untersuchung von Einzelschicksalen weg der Analyse von Gruppen, welche durch ein aus den Sozialwissenschaften entlehntes Konzept definiert sind, zuzuwenden, wird durch ry   XIII (1983) 591-601 und allgemein Heft 4 dieses Jahrgangs (Seiten 591-808) als Sonder-nummer " The Measure of American History  ". 3 Der State of the Art der unmittelbarer mit historischen Texten befaßten Richtungen wird etwa abgesteckt durch: Roy A. Wisbey (Ed.): The Computer in Literary and Linguistic Rese-arch ,  Cambridge, 1971 (Reprint 1974); A. J. Aitken et al. (Edd.): The Computer and Literary Studies  , Edinburgh 1973; Alan Jones and R. F. Churchhouse (Edd.): The Computer in Literary and Linguistic Studies  , Cardiff 1976; Robert L. Oakman; Computer Methods for Literary Re-search , Columbia S. C. 1980; Susan M. Hockey: A Guide to Computer Applications in the Humanities  , London 1980. Ganz bewußt schließen wir hier aber auch die stark formalisier-ten Ansätze der Linguistik ein, wie etwa Alfred Hoppe: Grundzüge der Kommunikativen Grammatik  ,  Bonn 1981.
We Need Your Support
Thank you for visiting our website and your interest in our free products and services. We are nonprofit website to share and download documents. To the running of this website, we need your help to support us.

Thanks to everyone for your continued support.

No, Thanks
SAVE OUR EARTH

We need your sign to support Project to invent "SMART AND CONTROLLABLE REFLECTIVE BALLOONS" to cover the Sun and Save Our Earth.

More details...

Sign Now!

We are very appreciated for your Prompt Action!

x